Felix Blog zu diesem und jenem

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Hier mein neuestes Werk. Und darauf muss ich sagen bin ich ziemlich stolz. Ich darf hier meinen ersten selbstgebauten Röhrenverstärker präsentieren! Taddarradada!

Vorneweg: Auf die Diskussion, ob Röhrenverstärker nicht längst überholt sind und nur von Audiophilen Idioten hochgelobt werden, lasse ich mich erst gar nicht ein.

Es handelt sich um den "Molly" Bausatz von Tube-Town.net, einem einkanaligen Nachbauversion des viel geliebten Vox AC-30. Da ich schon seit längerem mit dem Gedanken gespielt habe, mir einen Röhrenverstärker anzuschaffen oder noch besser selber zu bauen, habe ich mich für einen Bausatz entschieden, da hier alle Teile enthalten sind und der Schalt- und Bauplan auch verifiziert sind. Da diese Art Verstärker potentiell tödliche Hochspannungen benötigen war auch einiges an vernünftiger Vorausplanung und gewissenhaftes Arbeiten nötig, was dadurch erleichtert wird. Zudem bietet Tube-Town ein passendes Chassis und allen sonstigen Schnickschnack an um dem guten Stück auch das gebührende Äußere zu geben. Denn das Auge spielt mit ;)

Entschieden habe ich mich bei der Gestaltung des Äußeren einerseits für rotes Tolex (der unten zu sehende PVC Bezug) - inspiriert von Markus' Limited Edition AC-15, sowie schwarzen Eckenschonern und einem passend rotem Ledergriff. Ein großes Danke an Patrik der mir beim Aufziehen des Tolex geholfen und die Ecken bereits perfektioniert hat! Die Face- und Backplate habe ich selbst entworfen, die Schalter und Potis tlw. neu positioniert und per Wasserschiebefolie auf eine Aluplatte aufgebracht. Versiegeln in Epoxidharz und schon fertig. Das letzte Detail wurde dann wiederum von Patrik ins Rollen gebracht, da die mitgelieferte Frontblende nicht wirklich befriedigend war. So entschied ich mich für "Grill cloth" für die Front, passend zur Box und auch tlw. transparent, sodass man das Interieur noch begutachten kann.
Natürlich habe ich mir die künstlerische Freiheit genommen vom Bauplan etwas abzuweichen. So habe ich einerseits eine andere On/Off Lampe installiert und den Klinkenoutput durch einen Neutrik Speakon/Klinken Kombostecker ersetzt, kompatibel zu meiner - auch selbst gebauten - Box. Zusätzlich kam ein Wahlschalter für die Outputimpedanz - 8 und 4 Ohm - um evtl. eine andere Box anstecken zu können. Dazu mussten lediglich andere Output-Pins des Transformators auf einen 2PDT Schalter verbunden werden. Die größte Änderung war jedoch die Einführung eines Standby-Schalters. Ob der wirklich nötig ist, kann man diskutieren, ich fand es aber klassisch und da das Original ja auch einen hat... Dazu wurde für die Hochsspannungsseite des Netztrafos ein 82kOhm Widerstand mit hoher Belastbarkeit (2W) auf einen Schalter gelötet, der den Widerstand überbrückt, wenn Standby ausgeschalten wird. Das hat zur Folge, dass bei Betätigung des On/Off Schalters erstmal nicht die volle Hochspannung (ca. 300V) durchkommen und die Stabilisierungskondensatoren der Spannungsversorgung nicht sofort vollen Strom bekommen und so etwas schonender Aufladen. Dennoch ist die Heizspannung bereits auf den Röhren, sodass diese schon vorwärmen können. Ein weiterer Vorteil: kein "Blopp" beim Einschalten.

Funktioniert hat das Ganze dann natürlich nicht auf Anhieb. Mit Patriks Unterstützung wurde der Verstärker vor Inbetriebnahme nochmals überprüft und alles sah gut aus, bis wir die Röhren installiert hatten. Zack! interne Sicherung durchgebrannt... Nachdem wir neue Sicherungen besorgt hatten, konnte ich ledeglich feststellen, dass kein Fehler zu finden war und die Sicherung dennoch durchbrannte sobald die Vor- oder Endstufenröhre eingebaut war. Der Fehler war - wie üblich - ein natürlich kleiner und unscheinbarer und verständlicherweise nicht von mir verursacht :) Der Händler hatte statt einer trägen Durchbrennsicherung eine flinke geliefert, die die Stromspitze im Einschaltmoment nicht überlebt. Richtige Sicherung und schon schnurrt der Verstärker einwandfrei. Mit nur 5W ist der Verstärker zwar nicht sehr leistungsstark, aber dennoch mehr als laut genug um alle meine Nachbarn zu wecken. Klingt auf jeden Fall ausgezeichnet, hat keinerlei Rauschen und beginnt auch leicht zu zerren, wenn man den Volume nur hoch genug dreht.

Nun aber endlich zu der Bilderserie:

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Die Spannungsversorgung

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bestückte Platine

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Chassis noch recht am Anfang

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Möge der Kabelsalat beginnen

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Heizleiter und Groundbus fertig

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Fancy Photo mit Verschmiertem Hintergrund. Check!

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Fertige Verkabelung

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und das ganze von Außen

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Tolexiertes Gehäuse

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eine von Patriks meisterhaften Ecken

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Mit Kantenschonern, Griff und verbautem Chassis

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Fertig von Vorne

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Und die Rückseite

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Gruppenphoto. Nein, das sind nicht alle Pedale...
Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Montag, 02.02.2015, 23:47
Eingeordnet unter: Musik, Pedals


Eine neue Variante des viel geliebten Electro-Harmonix Big Muff Fuzz Pedals (also eine Art Verzerrer wieder einmal). Von dem Pedal gibt es mehr Versionen als ich zählen kann und diese hier ist der Wahnsinn. Von Mitgliedern vom madbeanpedal forum entwickelt, hat diese Version mehr Tonkontrolle als alle anderen kombiniert. Die 2 Kontrollen sind sehr interaktiv und reichen von dumpf bis brilliantem Sound. Und der Sustain ist unglaublich; man hat das Gefühl einmal anschlagen reicht um für 2min einen Ton zu hören.

Optisch find ich das Pedal sehr gelungen und es hat auch genug Zeit gekostet. Inspiriert von den Scott Pilgrim Comics fand ich das Cover sehr treffend für einen Verzerrer. Nach ca. 9 Versuchen den Tonertransfer so hinzubekommen wie ich wollte, hab ich es dann schlussendlich geschafft und konnte das Gehäuse mit NaOH ätzen. Nachträgliches ansprühen in schwarz und abschmiergeln der leicht erhabenen Stellen liefert den gezeigten Kontrast. Abschluss mit glänzendem Klarlack und fertig. Falsch gedacht... ich musste drei Mal lackieren bis es so war wie ich es wollte, hat sich aber meiner Meinung nach rentiert.

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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Freitag, 28.11.2014, 20:00
Eingeordnet unter: Musik, Pedals


Diesmal gibt es einen Compressor zu sehen. Ein Compressor gleicht Lautstärken etwas an, das heißt das zart gezupfte und härter angeschlagene Töne gleich gut zu hören sind. Wird vor allem im Blues verwendet, kann aber am Ende der Pedalkette etwas außerhalb des standardmäßigen Gebrauchs verwendet werden.

Erstmalig hier ein 1590A Gehäuse, das um einiges kleiner ist als die bisher verwendeten. Das ergibt eine ganz neue Herausforderung, wenn man nicht mal mit 2 Fingern nebeneinander ins Gehäuse kommt. Obwohl das Board nur einen Drehwiderstand hat und auch sonst eher klein ist, hab' ich mir nicht leicht getan alles gut unterzubringen und musste den IC-Sockel mühsam auslöten, um den Gehäusedeckel aufbringen zu können.
Um dem kleinen Gehäuse entgegenzuwirken, hab ich die größtmöglichste Leuchte montiert (16mm Durchmesser). Da es auch nur einen Volume Regler gibt (Sustain ist ein interner Trimmer), wollte ich das ganze schlicht halten und außerdem ist das schwarze Gehäuse schwer zu beschriften. Daher simpel aber stilvoll in schwarz ohne Beschriftungen.

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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Mittwoch, 05.11.2014, 23:27
Eingeordnet unter: Musik, Pedals


Das wird eine längere Geschichte - hauptsächlich vom kläglichen Scheitern meinerseits. Wen es nicht interessiert, kann gleich nach unten zu den Bildern scrollen.

Inspiriert von Jason's atemberaubenden Brazen Bull, hatte ich die Idee, ein Gehäuse mit Kupfer (Cu) zu beschichten, um dann Teile davon wegzuätzen. Das sollte in einem schön glänzendem Kupfer-Alu Kontrast enden mit viel Bling-Bling, treffend zum Namen des Projekts: Sparklehorn.

Gesagt getan, hab' ich mich in der Kupfer-Abscheiderei versucht. Ausgangsstoffe waren Kupfersulfat (CuSO4) in leicht saurer Lösung (pH ca. 2), einer Zink Anode und das Aluminiumgehäuse als neg. Pol (Kathode). Erste Versuche am Gehäuseboden funktionierten recht gut, also wurde schlussendlich in ca. 7-stündiger Arbeit das gesamte Gehäuse verkupfert. Schlussendlich hatte ich den Vorgang so perfektioniert, dass ich etwas in Kupfer auf das Gehäuse schreiben hätte können, da die Abscheidung sehr lokal auf die Anodenspitze beschränkt war. Wie auch immer, ich war mit dem Resultat eigentlich ziemlich zufrieden.

Als nächstes sollte also geätzt werden. Als Maske dafür sollte dieses Mal nicht Photolack dienen, da ich dabei eher gemischte Resultate erzielt hatte, sondern Tonertransfer. Dabei wird mit Laserdrucker auf Glazpapiert gedruckt, sodass der Toner dann durch Hitze (Bügeleisen) auf das Gehäuse transferiert werden kann. Geätzt wird dann nur auf den nicht von Toner bedeckten Flächen. Nach einem Testversuch vor längerer Zeit, schaffte ich den Transfer zuerst nicht so perfekt wie ich ihn gerne gehabt hätte und ich musste mir neues Papier dafür besorgen. Das gekaufte Photopapier stellte sich dann als unglaubliche Fehlentscheidung heraus, da es sich mehr oder weniger willkürlich mit der Al-Oberfläche verklebte und beim Entfernen Teile des Kupfers mit herunterriss. Das führte zu weiteren 2h verkupfern.

Der nächste Tonertransfer mit normalem Glanzpapier glückte dann immerhin und ich konnte mit FeCl3 Lösung ätzen. Leider war ich nicht ganz vorrausschauend genug... Aluminium - unedler als Kupfer - wird natürlich präferentiell oxidiert/gelöst und daher wurde nicht nur das Kupfer weggeätzt sondern auch das darunterliegende Aluminium. Dies führte zu unerwünschtem Relief, mattem Aluminium und teils nicht geätztem Kupfer. So sah das ganze dann im Detail aus:

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Ich war damit unzufrieden und beschloss, das ganze in einen Kupfer-Schwarz Kontrast zu verwandeln. Schwarz ansprühen und die erhabenen Teile wegzuschmirgeln klingt einfach, hat aber nicht wirklich funktioniert und das Resultat war scheußlich. Die Konsequenz war, dass ich weitere 2h damit zugebracht habe, die Oberseite des Gehäuses wieder plan zu schleifen... Schlussendlich hab' ich dann ein schnell entworfenes Decal mit kupferfarbenem Hintergrund verwendet und aufgeklebt. Epoxid darüber und endlich fertig.

Zumindest kann ich sagen, dass ich keine Probleme mit den gesetzten Bohrlöchern hatte, was bei 8 auf der Platine fixierten Potentiometern (Drehregler) an ein Wunder grenzt. Dafür war das Verkabeln dann wieder ein mühsames Unterfangen, das in lautem Fluchen geendet hat und weitere 4h gekostet hat. Die Verkabelung ist zwar ganz gut geworden, aber ich bin dennoch mit dem Gesamteindruck nicht wirklich zufrieden, weil meine anfängliche Idee nicht gefruchtet hat.
Wer bis hierher gelesen hat, darf sich von mental von mir auf die Schulter geklopft fühlen :)

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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Samstag, 18.10.2014, 15:51
Eingeordnet unter: Musik, Pedals


Ein EHX Small Clone Chorus Nachbau auf einem Board von twin. Gegenüber dem Original ist hier ein Poti statt des Wahlschalters verbaut für stufenloses Einstellen der "Depth". Klingt gut, jedoch nur in wenigen Depth Einstellungen, sodass ich den Wahlschalter verstehe, bei dem nur 2 Einstellungen möglich sind.

Die Covergraphik ist vom "The Dark Side of the Moon" Album von Pink Floyd geborgt, wobei ich die Front und Backgraphiken kombiniert habe. Leider hat der Drucker einen der Ausdrucke komplett verschmiert und bei den anderen Flecken mit fehlender Farbe produziert. Da ich aber nicht noch ein drittes Mal drucken wollte, ist es dabei geblieben.

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Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Sonntag, 05.10.2014, 16:22
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