Felix Blog zu diesem und jenem

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Am Samstag machten wir (Carl, Bruno, Emiel aus NL und ich) uns auf den Weg in den Nordwesten der Stadt. Dort befindet sich im Stadtteil Brentwood der Nose Hill Park, der größer ist als die gesamte Downtown. In genau diesem Park sind wir dann ca. 2 h spaziert bzw. gewandert.
Wie bereits erwähnt, befindet man sich sobald man aus der Downtown hinaus kommt schon auf sehr weiten, offenen Flächen, die tlw. nur sehr spärlich besiedelt sind. Dieser Teil liegt trotzdem noch quasi mitten in der Stadt. Dennoch hat man das Gefühl in der mitten im nirgendwo in einsamer Prärie zu stehen, wären da nicht die startenden und landenden Flugzeuge bzw. die Spitzen weniger Gebäude der Downtown zu sehen. Alles in allem wirklich ein Besuch wert und eine gute Alternative zur hektischen Downtown der letzten Tage.

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Blick auf die umliegenden Gebiete von der Anhöhe des Nose Hill Parks

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Der Typ da, das bin ich. Im Hintergrund die Downtown von Calgary

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Am Freitag zuvor war ich übrigens mit Emiel im Glenbow Museum. Das hat sich wirklich gelohnt, immerhin ist es eines der größten Museen West-Kanadas. Zu sehen gabs zuerst mehr oder weniger abstrakte Kunst (die könnte ich auch) und Original-Kostüme von div. Hollywood Produktionen wie zB. Sherlock Holmes oder Fluch der Karibik. Der zweite Stock war dann ganz der Geschichte der Indianer und deren Vertreibung durch die kommenden Siedler gewidmet. Man könnte auf dieser Etage wahrscheinlich 5 Stunden und mehr verbringen, so viel Zeit haben wir dann jedoch doch nicht "geopfert." Im dritten Stock gabs dann noch eine kleine Sammlung von Waffen, Rüstungen und sonstigem Kriegsmaterial aus dem Mittelalter bis zum WW2, sowie eine kleine Mineralien-Sammlung zu sehen. Da Photos nicht überall erlaubt waren und ich den Stein so schön finde, gibts hier nur ein Photo vom "Crocoite."

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Das Fort Calgary haben wir am Sonntag Nachmittag besucht, war aber das Geld leider nicht wert. Es wird dabei die Gründung der Stadt durch die North West Royal Mounted Police (die berühmten "Mounties") gezeigt. Leider war die Ausstellung weder groß, noch sehr informativ.

Heute, Montag, konnte ich endlich in das Studentenheim am Campus einziehen. Das Zimmer ist zwar nicht sehr groß, aber für 4 Monate wirds wohl reichen. Dafür ist das Apartment sonst nicht schlecht, zB. ist der Kühlschrank riesig und es ist schon Bier drin, obwohl noch keiner eingezogen ist (evtl. ein Gastgeschenk :D). Meine 3 Mitbewohner sind noch nicht angekommen, die werden wohl erst im Laufe der Woche auftauchen, da jetzt die Orientierungsveranstaltungen für neue Studenten anfangen und sie das nicht betrifft. Photos vom Apartment und Berichte folgen dann. Nur so viel sei gesagt: Die drehen hier alle voll durch vor Excitement und Vorfreude und machen echt ein Mords-Trara wegen Einzug und First-Year-Orientation.
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Felix am Montag, 05.09.2011, 21:40
Eingeordnet unter: Canada, Dies und das


Nachdem das Wetter heute wieder sonniger Natur war (ganz im Gegensatz zu den 9°C und Dauerregen der letzten zwei Tage), haben Bruno, Carl, Théo und ich uns heute nochmals in die Downtown und an den Bow River gewagt, um ein paar Photos zu schießen.

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Ein Part der Downtown, dem einzigen Teil der Stadt, der wirklich modern und städtisch wirkt. Calgary ist in der Liste der "most liveable cities" übrigens auf Platz 5, Wien auf 2.

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DIe Gebäude in der Downtown und tlw. auch am Campus sind mit Fußgänger-Übergängen verbunden, so dass man sich im Winter nicht den Allerwertesten abfriert. Im Winter kann es übrigens bis -50 °C haben. So viel zu "mildem Winter", wie es im "handbook for international students" so schön heißt.

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Dieses Kunstwerk und noch andere Kühe konnten in einer der Überführungen gefunden werden.

Ich mag die Einsatzwagen der Polizei, Feuerwehr und Rettung hier wirklich. Die sind wesentlich hübscher anzusehen, als ihre europäischen Verwandten und haben auch eine angenehmere Sirene. Außerdem gehört zur Polizeiuniform auch ein Cowboyhut.

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Zum Schluss der Photoserie noch 2 Panoramabilder:

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Ich bzw. wir waren dann noch heute und gestern auf der Uni, um noch ein paar Sachen zu klären und uns noch etwas genauer umzusehen. Sehr beeindruckend fand ich das MacEwan Student Centre, das neben einer Konzerthalle (Arctic Monkeys spielen Ende September :)) und einem Food Court, in dem man alles mögliche zu Essen und guten, günstigen Kaffee bekommt, auch einen riesigen Bookstore beherbergt. Letzerer hat alle von den Profs verwendeten Bücher in Neu- und Gebrauchtversion, bertreibt aber auch jedes erdenkliche UofC-Merchande. Ich muss noch mal schauen, ob es nicht einen UofC Labormantel gibt, immerhin gibts ja auch Socken, Handtücher, Flip-Flops, Stamperl-Gläser usw. mit Uni-Logo bzw. in Uni-Farben.

Heute war ich dann schließlich noch beim Prof. meiner Arbeitsgruppe, in der ich ein 8-wöchiges Wahlpraktikum machen werde. Er ist wirklich sehr freundlich (wie alle Kanadier bisher, obwohl er eigentlich gebürtiger Deutscher ist) und hat mir sofort Uni-Schlüssel besorgt und mir alle notwendigen Räumlichkeiten gezeigt. Das beinhaltet auch ca. 6-8 NMR Geräte, diverse MS und GC/MS. Übrigens werde ich hier automatisch zum NMR-Operator ausgebildet, was ich ausgesprochen cool finde, weil es mir hinsichtlich der DIplomarbeit sehr gelegen kommt. Das scheint hier allgemeine Praxis zu sein, dass jemand der Forschung betreibt am NMR eingeschult wird.
Thema meiner Arbeit sind übrigens "Organophosophorus based conjugated materials", welche für OPVs und OLEDs verwendet werden. Ich werde dabei für einen PHD-Studenten diverse flüssig-kristalline P- uns S-Verbindungen synthetisieren.
Alles in allem denke ich, dass die Gruppe eine sehr gute Wahl war und ich freu mich schon darauf, nach dem Phys.Chem.-Wahlpraktikum wieder synthetisch arbeiten zu können.
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Felix am Freitag, 02.09.2011, 02:56
Eingeordnet unter: Canada, Chemie, Studium


Die ersten beiden Tage in Calgary waren nicht besonders ereignisreich. Ich habe Bruno aus Italien, Carl aus New Zealand und Théo aus Frankreich kennengelernt, die auch alle an der UofC ein Auslandsjahr beginnen.
Gemeinsam mit Carl hab ich mir am Montag ein kanadisches Handy Wertkartenhandy zugelegt um auch hier erreichbar zu sein, nachdem mein Handy hier einfach gar kein Netz empfangen hat. Der Wertkartentarif ist leider nicht der beste - so bezahlt man beispielsweise für das Senden UND Empfangen einer SMS 20 Cents. Anschließend waren wir noch auf der Uni den Campus besichtigen und unsere Student ID abholen.
Der Campus ist wirklich groß und wirklich schön. Es gibt dabei etwas ältere und nagelneue Gebäude, aber auch einiges an Grünfläche. Sowohl auf dem Campus, als auch direkt vor der Jugendherberge (diese ist am Rande der Downtown) gab es sowohl Eichhörnchen und wilde Hasen zu sehen, denen man sich ohne weiteres auf 1 m nähern konnte. Wir waren dann auch noch bei den Residence Services (zuständig für die Studentenheime am Campus) und man hat mir gesagt, dass ich mein Zimmer nicht mehr tauschen kann. Das soll mir Recht sein (zur Erklärung: meine Mitbewohner wollten, dass ich noch das Zimmer wechsle, weil ihr Freund eig. mein Zimmer wollte, aber irgendwie nicht für die Anmeldung freigeschaltet wurde).

Heute gings dann In die Chinook-Mall, ein riesiges Einkaufszentrum etwas außerhalb der Downtown. Mit riesig meine ich wirklich riesig. Jedenfalls habe ich dort ein Kissen, sowie Bettdecke und was zu Essen um 42$ erstanden und das alles im selben Geschäft. Das scheint hier irgendwie völlig normal zu sein, dass ein größerer Laden von Lebensmitteln über Spielzeug und Fahrräder auch Kissen und sonstige Textilen führt. Und das noch zu tlw. Spottspreisen. Weiters haben Carl und ich uns gemeinsam ein Set Teller und Besteck gekauft, sodass wir nun für den Einzug ins Heim am Montag gut gerüstet sein sollten.

Heute Abend gings dann noch nach Chinatown in ein asiatisches Restaurant. Keiner von uns, nicht mal Carl, hat mehr als 20 % von dem verstanden, was die Kellnerin von uns wollte. Das Essen war wirklich original asiatisches Essen für Asiaten und nicht das wahrscheinlich adaptierte und verharmloste asiatische Essen, das man bei uns normalerweise bekommt. Mein Hühnchen war ganz ok, aber die Nudelsuppen der anderen beiden, schauten aus wie schon mal gegessen und waren nicht ganz apettitanregend.

Das Wetter hat uns leider im Stich gelassen. Heute hatte es nur um 10 °C und regnete am Nachmittag. Für morgen soll es ähnlich sein, daher haben wir eig. noch keinen Plan, was wir machen wollen. Die organisatorischen Sachen sind mehr oder weniger erledigt, das Telus Science Center zieht gerade um und ist daher geschlossen und für einen Ausflug in den Nationalpark in Banff wären ein paar Leute mehr zwecks Kostenteilung nicht falsch. Mal schauen, was wir morgen dann wirklich treiben....

P.s: Photos gibts leider noch keine, hab die Kamera vergessen, als wir auf die Uni gingen und wollte sie heute im Regen lieber nicht mitnehmen.
Direktlink  Kommentare: 4 geschrieben von Felix am Mittwoch, 31.08.2011, 05:19
Eingeordnet unter: Canada


So ich bin jetzt in Canada. Nach ca. 4h Autofahrt (dankenswerterweise mit Herrn Papa) nach Frankfurt und ca. 10h unspektakulärem Flug bin ich sicher und wohlauf in Calgary angekommen.

Flug war wie gesagt nichts besonderes, etwas lange und langweilig, aber immerhin ohne Turbulenzen. DIe gab es nur beim Boarding am Flughafen Frankfurt. Ich hatte keine Sitzplatznummer (wie auch eine handvoll anderer Passagiere) und bekamen diese im Gegensatz zum Großteil auch nicht gleich. Nach und nach hat man dann zum Boarding aufgerufen, bis eben nur mehr 10 Leute übrig waren. Das lag daran, dass der Flug überbucht war und zwar um 2 Plätze. Es wurde also nach Freiwilligen gesucht, die auf den "nächstmöglichen" Flug warten sollten und dafür 600€ Cash einkassiert hätten. Da sich aber nur einer gefunden hat, der sich geopfert hat, wurde ich auch angebettelt. Hat aber nichts genutzt. Aber ich dachte schon, ich hätte die Arschkarte gezogen.
Dafür begrüßt uns in Calgary im Flughafen ein Cowboyhut-tragender Volunteer namens Paul mit einem freundlich "Howdy Folks, welcome in Calgary!" Der Weg zu Gepäckausgabe ist übrigens mit 80-er Jahre Teppich versehen. Zoll und Immigration verlaufen problemlos, auch wenn die Dame ertaunt war, dass wir schon nach 3 Jahren Bsc werden.

Calgary und Canada selbst hab ich bisher nur aus dem Auto gesehen (hatte leider keinen Fensterplatz im Flieger, dafür fährt Brock einen alten Toyota Corolla ohne Zentralverriegelung und mit Kurbel-Fensterheber). Auffallend ist das hier trotz der Nähe der Rockies alles sehr flach ist, viele Bäume und oft spärlich besiedelt. Dafür merkt man schon den amerikanischen Einfluss an den Unmengen SUVs und Pick-Ups, die hier trotz der angesprochenen Abwesenheit der Berge herumfahren. Man sieht auch einige kanadische Flaggen, allerdings nicht an jedem Haus.
Ich hoffe ich muss nicht so schnell Autofahren. Die Zebrastreifen sind keine Zebras sondern nur zwei parallele Striche über die Fahrbahn, könnte also auch eine Haltelinie sein. Angeschrieben war der Zebrastreifen bis auf die winzige Ampel nicht; dafür aber die Haltelinie ca. 50m weiter ("stop-line Schilder mit Pfeil auf den Boden auf beiden Straßenseiten).

Memo an mich selbst: Duschen in Chlorwasser ist vielleicht rein, stinkt aber ganz gewaltig.

Temperaturen 18:15 ca. 25 °C, sitze im Garten meiner Herberge und werde von grünen Käfern angefallen. Würde gerne bald schlafen, damit mach ich meinen Zimmergenossen aber wohl kaum eine Freude. Aber Jet-Lag ist laut Papa sowieso was für Schwächlinge. Mal sehen wies mir morgen geht.

Musik-Tipp der Woche: "Wintersleep" aus Nova-Scotia, Canada

P.S.: Speziell Mr. B wird angehalten, die Musik-Tipps mit Nachdruck anzuhören und dafür auf EAV und Rammstein zu verzichten.
P.P.S: Es lebe Pierre Trudeau, der als kanadischer Premier das metrische System eingeführt hat.
Direktlink  Kommentare: 5 geschrieben von Felix am Montag, 29.08.2011, 02:20
Eingeordnet unter: Canada, Dies und das


Nur mehr noch 3 Tage, dann gehts ab in die transatlantischen Regionen. Die Nervosität steigt langsam, genauso wie die Vorfreude.

Sachen sind so weit alle schon vorbereitet, lediglich mit der Kursregistrierung für mein Wahlpraktikum gibts noch ein paar Schwierigkeiten, weil man auf Seiten des Professors und Koordinators nicht ganz weiß, welche Kurse ich brauche. Dies liegt daran, dass es nicht einfach eine "Wahlpraktikum-LVA" gibt, sondern dass diese Kurse special-made sind. Trotzdem ist es etwas kompliziert, da ich mich jetzt wahrscheinlich in 3 Kursen registrieren muss. Einer für meine praktische Arbeit, 1 für den Abschlussbericht und 1 für meine orale Präsentation. Alle geben 33 % zur Note. Warum das nicht in einem Kurs geht, weiß ich auch nicht so genau. Wahrscheinlich, weil das ganze so allgemein wie nötig gehalten werden soll, damits für verschiedene Projekte nutzbar ist.
Wie auch immer, mit diesen 3 Kursen hätte ich insgesamt 5, was das Maximum ohne Sondergenehmigung darstellt. Und 5 Kurse sind laut Koordinator sehr viel und nur schwer bewältigbar. Ich versteh das Theater nicht ganz, da drei davon ja eigentlich nur ein Aufspalten eines Kurses ist, so dass ich eh nur 3 habe. Womöglich unterschätze ich aber die Vorlesungen. Man darf also gespannt sein.
Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Freitag, 26.08.2011, 11:21
Eingeordnet unter: Canada, Chemie, Studium


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