Felix Blog zu diesem und jenem

Potablog 1338.at Header

 
Montag hat der Unialltag seinen Lauf genommen; anstatt vereinzelter Studenten sind nun ganze Heerscharren unterwegs. Hier in Canada besuche ich zwei VOs: einerseits CHEM 533 (Advanced Inorganic Chemistry II) und CHEM 321 (Environmental Chemistry). VOs sind bisher nicht schlecht, vor allem die Anorganik gefällt mir sehr gut, Environmental Chem. ist etwas faad, weil es ein Kurs aus dem zweiten Jahr ist, so dass das Niveau nicht wirklich hoch ist. Aber es hat ja erst angefngen, wird schon noch steigen.

Abgesehen von den zwei VOs mache ich auch ein 8-wöchiges Wahlpraktikum. Dieses absolviere ich in einer ansässigen Forschungsgruppe, die sich mit der Synthese von Phosphol-Systemen (für Nicht-Chemiker: 5 gliedrige aromatische Kohlenwasserstoffe, welche Phosphor enthalten) für die Verwendung in OLEDs, PLEDs, OPVs oder Sensorsystemen. Dabei soll ich nun ein paar Verbindungen synthetisieren, welche hoffentlich stark fluoreszieren und evtl. Geleffekte oder flüssig-kristalline Zustände aufweisen. Montags gings dann gleich los. Details werd ich hier jetzt nicht präsentieren, einerseits aus Gründen der vertraulichen Behandlung unserer Ergebnisse, usw. und andererseits weil ein Teil der Leser eh nichts verstehen würde. Es sei nur so viel gesagt: es wurde lithiert, unter Inertgas gearbeitet und auch eine Ringschlussreaktion durchgeführt. Alles in allem machst schon Spaß, ich muss mich dennoch erst wieder einarbeiten. Meine OC ist doch etwas rostig.

Damit ihr aber dennoch einen Eindruck bekommt, hier ein paar Photos vom Labor und von meinem ersten fast fertigen Produkt, das hier unter UV Licht gezeigt wird.

Picture
ca. 1/3 des Labors

Picture
Mein Abzug während eines Filtrationsschrittes. Leider ist das Zwischenprodukt noch nicht bunt.

Picture
Das Produkt während des Oxidationsschrittes unter UV-Licht


Ansonsten gibt's nicht viel Neues. Meine Mitbewohner sind alle drei gebürtige Kanadier aus der mehr oder weniger näheren Umgebung von Calgary und ich komm sehr gut mit ihnen aus. Ich bin immer noch damit beschäftigt die lokalen Biersorten durchzuprobieren und mir Notizen dazu zu machen, um schlussendlich einen durch langzeitige Untersuchungen fundierten Bericht zum Thema kanadisches Bier zu verfassen.
Morgen geht's dann übers Wochenende in die Rocky Mountains, da gibt's dann wahrscheinlich montags einen Bericht mit mehr Photos, sofern es das Internet und mein Computer zulassen. (Ersteres ist ab und zu wahnsinnig langsam und mein Mac spinnt seit einer Stunde und springt die ganze Zeit mit dem Cursor hin und her, was tippen zu einer nahezu unmöglichen Tätigkeit macht.)
Direktlink  Kommentare: 1 geschrieben von Felix am Samstag, 17.09.2011, 08:13
Eingeordnet unter: Canada, Chemie, Studium


Wie bereits im letzten Beitrag kurz angeschnitten, bin ich am Montag ins Studentenheim "Cascade Hall" am Campus umgezogen. Ich teile mir dabei das Apartment mit 3 weiteren Bewohnern, allesamt Kanadier aus der Umgebung. Sie sind alle nett und ich denke ich werde gut mit ihnen auskommen, da wir tlw. einige Interessen teilen bzw. einfach nur weil der Kanadier an sich i.d.R. sehr freundlich ist.
Es hat auf jeden Fall seine Vorteile kanadische Mitbweohner zu haben. So kann ich zB ihre Töpfe und Pfannen benutzen. Bruno hingegen wohnt mit 2 weiteren Austausch-Studenten zusammen und sie mussten sich alles selbst besorgen. Weiterer Vorteil ist, dass Liam (einer meiner Roomies) Security in der einzigen Bar am Campus ist. Die haben wir übrigens gestern mal ausprobiert, weils jeden Donnerstag billiger ist. Die Bar ist wirklich nicht schlecht, Bier ist verhältnismäßig günstig und auch genießbar. EInziges Manko ist die nicht zum Irish-Pub Stil passende Musik (wer hätte das erwartet, dass ich mich über die Musik beschwere :D )
Alles in allem bin ich mit dem Apartment zufrieden, gefällt mir sogar etwas besser als in Wien, vor allem weil wir hier ein kleines Wohnzimmer haben, das für gemütliches Zusammensitzen um einiges bequemer ist, als die Küche in Wien.

Zum Schluss noch ein paar Photos von meinem Zimmer bzw. vom Wohnbereich.

Picture

Picture

Picture

Beinahe vergessen, Musik-Tipp der Woche. Explosions In The Sky. Man kann nie genug Post-Rock hören.
Direktlink  Kommentare: 2 geschrieben von Felix am Freitag, 09.09.2011, 23:00
Eingeordnet unter: Canada, Dies und das


Am Samstag machten wir (Carl, Bruno, Emiel aus NL und ich) uns auf den Weg in den Nordwesten der Stadt. Dort befindet sich im Stadtteil Brentwood der Nose Hill Park, der größer ist als die gesamte Downtown. In genau diesem Park sind wir dann ca. 2 h spaziert bzw. gewandert.
Wie bereits erwähnt, befindet man sich sobald man aus der Downtown hinaus kommt schon auf sehr weiten, offenen Flächen, die tlw. nur sehr spärlich besiedelt sind. Dieser Teil liegt trotzdem noch quasi mitten in der Stadt. Dennoch hat man das Gefühl in der mitten im nirgendwo in einsamer Prärie zu stehen, wären da nicht die startenden und landenden Flugzeuge bzw. die Spitzen weniger Gebäude der Downtown zu sehen. Alles in allem wirklich ein Besuch wert und eine gute Alternative zur hektischen Downtown der letzten Tage.

Picture
Blick auf die umliegenden Gebiete von der Anhöhe des Nose Hill Parks

Picture
Der Typ da, das bin ich. Im Hintergrund die Downtown von Calgary

Picture

Am Freitag zuvor war ich übrigens mit Emiel im Glenbow Museum. Das hat sich wirklich gelohnt, immerhin ist es eines der größten Museen West-Kanadas. Zu sehen gabs zuerst mehr oder weniger abstrakte Kunst (die könnte ich auch) und Original-Kostüme von div. Hollywood Produktionen wie zB. Sherlock Holmes oder Fluch der Karibik. Der zweite Stock war dann ganz der Geschichte der Indianer und deren Vertreibung durch die kommenden Siedler gewidmet. Man könnte auf dieser Etage wahrscheinlich 5 Stunden und mehr verbringen, so viel Zeit haben wir dann jedoch doch nicht "geopfert." Im dritten Stock gabs dann noch eine kleine Sammlung von Waffen, Rüstungen und sonstigem Kriegsmaterial aus dem Mittelalter bis zum WW2, sowie eine kleine Mineralien-Sammlung zu sehen. Da Photos nicht überall erlaubt waren und ich den Stein so schön finde, gibts hier nur ein Photo vom "Crocoite."

Picture

Das Fort Calgary haben wir am Sonntag Nachmittag besucht, war aber das Geld leider nicht wert. Es wird dabei die Gründung der Stadt durch die North West Royal Mounted Police (die berühmten "Mounties") gezeigt. Leider war die Ausstellung weder groß, noch sehr informativ.

Heute, Montag, konnte ich endlich in das Studentenheim am Campus einziehen. Das Zimmer ist zwar nicht sehr groß, aber für 4 Monate wirds wohl reichen. Dafür ist das Apartment sonst nicht schlecht, zB. ist der Kühlschrank riesig und es ist schon Bier drin, obwohl noch keiner eingezogen ist (evtl. ein Gastgeschenk :D). Meine 3 Mitbewohner sind noch nicht angekommen, die werden wohl erst im Laufe der Woche auftauchen, da jetzt die Orientierungsveranstaltungen für neue Studenten anfangen und sie das nicht betrifft. Photos vom Apartment und Berichte folgen dann. Nur so viel sei gesagt: Die drehen hier alle voll durch vor Excitement und Vorfreude und machen echt ein Mords-Trara wegen Einzug und First-Year-Orientation.
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Felix am Montag, 05.09.2011, 21:40
Eingeordnet unter: Canada, Dies und das


Nachdem das Wetter heute wieder sonniger Natur war (ganz im Gegensatz zu den 9°C und Dauerregen der letzten zwei Tage), haben Bruno, Carl, Théo und ich uns heute nochmals in die Downtown und an den Bow River gewagt, um ein paar Photos zu schießen.

Picture
Ein Part der Downtown, dem einzigen Teil der Stadt, der wirklich modern und städtisch wirkt. Calgary ist in der Liste der "most liveable cities" übrigens auf Platz 5, Wien auf 2.

Picture

DIe Gebäude in der Downtown und tlw. auch am Campus sind mit Fußgänger-Übergängen verbunden, so dass man sich im Winter nicht den Allerwertesten abfriert. Im Winter kann es übrigens bis -50 °C haben. So viel zu "mildem Winter", wie es im "handbook for international students" so schön heißt.

Picture
Dieses Kunstwerk und noch andere Kühe konnten in einer der Überführungen gefunden werden.

Ich mag die Einsatzwagen der Polizei, Feuerwehr und Rettung hier wirklich. Die sind wesentlich hübscher anzusehen, als ihre europäischen Verwandten und haben auch eine angenehmere Sirene. Außerdem gehört zur Polizeiuniform auch ein Cowboyhut.

Picture

Zum Schluss der Photoserie noch 2 Panoramabilder:

Picture
Picture

Ich bzw. wir waren dann noch heute und gestern auf der Uni, um noch ein paar Sachen zu klären und uns noch etwas genauer umzusehen. Sehr beeindruckend fand ich das MacEwan Student Centre, das neben einer Konzerthalle (Arctic Monkeys spielen Ende September :)) und einem Food Court, in dem man alles mögliche zu Essen und guten, günstigen Kaffee bekommt, auch einen riesigen Bookstore beherbergt. Letzerer hat alle von den Profs verwendeten Bücher in Neu- und Gebrauchtversion, bertreibt aber auch jedes erdenkliche UofC-Merchande. Ich muss noch mal schauen, ob es nicht einen UofC Labormantel gibt, immerhin gibts ja auch Socken, Handtücher, Flip-Flops, Stamperl-Gläser usw. mit Uni-Logo bzw. in Uni-Farben.

Heute war ich dann schließlich noch beim Prof. meiner Arbeitsgruppe, in der ich ein 8-wöchiges Wahlpraktikum machen werde. Er ist wirklich sehr freundlich (wie alle Kanadier bisher, obwohl er eigentlich gebürtiger Deutscher ist) und hat mir sofort Uni-Schlüssel besorgt und mir alle notwendigen Räumlichkeiten gezeigt. Das beinhaltet auch ca. 6-8 NMR Geräte, diverse MS und GC/MS. Übrigens werde ich hier automatisch zum NMR-Operator ausgebildet, was ich ausgesprochen cool finde, weil es mir hinsichtlich der DIplomarbeit sehr gelegen kommt. Das scheint hier allgemeine Praxis zu sein, dass jemand der Forschung betreibt am NMR eingeschult wird.
Thema meiner Arbeit sind übrigens "Organophosophorus based conjugated materials", welche für OPVs und OLEDs verwendet werden. Ich werde dabei für einen PHD-Studenten diverse flüssig-kristalline P- uns S-Verbindungen synthetisieren.
Alles in allem denke ich, dass die Gruppe eine sehr gute Wahl war und ich freu mich schon darauf, nach dem Phys.Chem.-Wahlpraktikum wieder synthetisch arbeiten zu können.
Direktlink  Kommentare: 3 geschrieben von Felix am Freitag, 02.09.2011, 02:56
Eingeordnet unter: Canada, Chemie, Studium


Die ersten beiden Tage in Calgary waren nicht besonders ereignisreich. Ich habe Bruno aus Italien, Carl aus New Zealand und Théo aus Frankreich kennengelernt, die auch alle an der UofC ein Auslandsjahr beginnen.
Gemeinsam mit Carl hab ich mir am Montag ein kanadisches Handy Wertkartenhandy zugelegt um auch hier erreichbar zu sein, nachdem mein Handy hier einfach gar kein Netz empfangen hat. Der Wertkartentarif ist leider nicht der beste - so bezahlt man beispielsweise für das Senden UND Empfangen einer SMS 20 Cents. Anschließend waren wir noch auf der Uni den Campus besichtigen und unsere Student ID abholen.
Der Campus ist wirklich groß und wirklich schön. Es gibt dabei etwas ältere und nagelneue Gebäude, aber auch einiges an Grünfläche. Sowohl auf dem Campus, als auch direkt vor der Jugendherberge (diese ist am Rande der Downtown) gab es sowohl Eichhörnchen und wilde Hasen zu sehen, denen man sich ohne weiteres auf 1 m nähern konnte. Wir waren dann auch noch bei den Residence Services (zuständig für die Studentenheime am Campus) und man hat mir gesagt, dass ich mein Zimmer nicht mehr tauschen kann. Das soll mir Recht sein (zur Erklärung: meine Mitbewohner wollten, dass ich noch das Zimmer wechsle, weil ihr Freund eig. mein Zimmer wollte, aber irgendwie nicht für die Anmeldung freigeschaltet wurde).

Heute gings dann In die Chinook-Mall, ein riesiges Einkaufszentrum etwas außerhalb der Downtown. Mit riesig meine ich wirklich riesig. Jedenfalls habe ich dort ein Kissen, sowie Bettdecke und was zu Essen um 42$ erstanden und das alles im selben Geschäft. Das scheint hier irgendwie völlig normal zu sein, dass ein größerer Laden von Lebensmitteln über Spielzeug und Fahrräder auch Kissen und sonstige Textilen führt. Und das noch zu tlw. Spottspreisen. Weiters haben Carl und ich uns gemeinsam ein Set Teller und Besteck gekauft, sodass wir nun für den Einzug ins Heim am Montag gut gerüstet sein sollten.

Heute Abend gings dann noch nach Chinatown in ein asiatisches Restaurant. Keiner von uns, nicht mal Carl, hat mehr als 20 % von dem verstanden, was die Kellnerin von uns wollte. Das Essen war wirklich original asiatisches Essen für Asiaten und nicht das wahrscheinlich adaptierte und verharmloste asiatische Essen, das man bei uns normalerweise bekommt. Mein Hühnchen war ganz ok, aber die Nudelsuppen der anderen beiden, schauten aus wie schon mal gegessen und waren nicht ganz apettitanregend.

Das Wetter hat uns leider im Stich gelassen. Heute hatte es nur um 10 °C und regnete am Nachmittag. Für morgen soll es ähnlich sein, daher haben wir eig. noch keinen Plan, was wir machen wollen. Die organisatorischen Sachen sind mehr oder weniger erledigt, das Telus Science Center zieht gerade um und ist daher geschlossen und für einen Ausflug in den Nationalpark in Banff wären ein paar Leute mehr zwecks Kostenteilung nicht falsch. Mal schauen, was wir morgen dann wirklich treiben....

P.s: Photos gibts leider noch keine, hab die Kamera vergessen, als wir auf die Uni gingen und wollte sie heute im Regen lieber nicht mitnehmen.
Direktlink  Kommentare: 4 geschrieben von Felix am Mittwoch, 31.08.2011, 05:19
Eingeordnet unter: Canada


Gehe zu Seite 1 ... 17 18 19 20 21