Felix Blog zu diesem und jenem

Potablog 1338.at Header

 
Wie so manch einer vielleicht schon weiß, war ich die letzten Tage/Wochen damit beschäftigt, mir div. elektronische Bauteile zu beschaffen, zu verlöten und mir daraus einen Delay Effekt zu basteln. Auf gut deutsch gesagt, ist das ein Echo für meine Gitarre. Die Platine und den zugehörigen Bauplan hab ich von Madbean Pedals. Hier ist für jeden was dabei, vom Anfänger bis zum Profibastler kann sich jeder austoben und das mit sehr sehens- und hörenswerten Resultaten.

Der Delay den ich mir ausgesucht habe, verfügt neben DualDelay auch über eine Modulationsoption mit vier verschiedenen Filtern. Das Result davon: viele Möglichkeiten, aber auch verdammt viele Bauteile, die unter einen Hut zu bringen sind. Nur der Vollständigkeit halber: es werden 59 Widerstände, 53 Kondensatoren, 9 Dioden, 2 LEDs, 2 Transistoren, 1 Spannungsregler, 3 Schalter, 1 Drehschalter, 5 Potentiometer und 2 Fußschalter verbaut. Das klingt nicht nur nach viel; das ist auch viel.
Das Problem beim Bau des Pedals stellte sich jedoch heraus, sollte nicht das löten oder verbauen der Teile selbst sein, sondern das letztendliche unterbringen im Gehäuse (1590BB). Diese Schwierigkeit war wieder darauf zurückzuführen, dass ich scheinbar unfähig war trotz nagelneuer Bohrer nicht in einer Linie zu bohren, was bei 9 onboard (also nicht mit Kabeln lose verbundene, sondern direkt aufgelötete) verbauten Teilen zu sehr viel Spannung führen würde, wenn man es überhaupt hinbekommt, die Teile durch die Löcher zu stecken.
Abhilfe schaffte mir die Möglichkeit auf der Uni die Löcher größer zu machen. Dazu musste ich leider auf unseren Mechaniker warten, da man sogar mit Diplom nicht an einer der gefühlten 300 Bohrmaschinen in der Werkstatt darf. Nichtsdestotrotz hab' ich es schlussendlich geschafft, das ganze heute fertigzustellen und es sieht nicht nur gut aus, sondern funktioniert auch noch einwandfrei.

Picture

Picture

Picture

Leider ist das mit der Klebefolie für die Beschriftung nicht ganz ausgereift und außerdem ist auch noch ein Fehler drauf (Feedback und Depth vertauscht).
Natürlich sammeln sich so langsam die Pedale - ich hatte bereits 2 kommerzielle von früher und den Overdrive hab ich vor ein paar Monaten fertig gebaut. Daher wurde der Novemberurlaub dazu genutzt mir ein mehr oder weniger schickes Pedalboard zu bauen. Bevor Fragen auftauchen: das Ding wird dafür verwendet die Pedale möglichst eng und sauber anzuordnen, ohne Kabelsalat zu verursachen und kann bei Bedarf als ganzes ins Regal verräumt werden, bzw. ohne Probleme auf eine Bühne getragen werden. Das Board selbst ist schlicht aus Holz gebaut, hat 4 Filzfüße und 2 Griffe und ein altes Stück Teppich und die Pedal mittels Klettband zu befestigen. Klettband in der benötigten Menge kostet ca. 50-80 daher der etwas improvisierte Ersatz. Jetzt fehlt nur noch eine Spannungsquelle, die es schafft alle Pedale zu versorgen. Die Kabel sind übrigens auch selbst zusammengebaut. :)

Picture

Coming soon: Octaver Pedal
Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix am Mittwoch, 18.12.2013, 00:20
Eingeordnet unter: Dies und das, Musik, Pedals


Wie bereits erwähnt habe ich mir bei uk-electronik einen Bausatz für ein Overdrive Gitarreneffektpedal bestellt. Dieses ist auch nach kurzer Zeit eingetroffen, der Bausatz war komplett und detailiert genug beschrieben, sodass sogar ein Elektroniklaie wie ich damit klar kommt. Außerdem hat Uwe 2 Emails sofort beantwortet, als sich doch noch Fragen aufgetan haben. Daher erstmal ein Lob und eine Empfehlung für alle, die sich so etwas evl. auch anschaffen wollen.

Vorneweg ein paar Kommentare zur Thematik:
Ein Overdrive ist wie Distortion eine Art von Verzerrer, ist dabei jedoch die light-Variante. Soll heißen, der stark verzerrte Distortion wird z.B. im Metal verwendet, während Overdrive einen weniger stark verzerrten Sound produziert. Das Pedal wird dabei zwischen Gitarre und Verstärker gehängt, sodass das Signal und somit der Klang verändert wird. Bei diesem Kit handelt sich um einen Nachbau des Klon Centaur, einem angeblich legendären Pedal, das nicht mehr produziert wird und ca. ab 500$ gehandelt wird. Für einen Preis von ca. 50 mit Gehäuse ist der Nachbau also quasi ein Schnäppchen; und dabei ist der Spaß noch gar nicht eingerechnet, den man beim Basteln hat!

Nun zum eigentlichen Thema:
Man fängt damit an die Platine zu bauen, wobei man sich von den kleinen zu den großen Bauteilen vorarbeitet. Dh. man fängt mit Widerständen und Dioden an, geht über zu IC-Sockeln und Kondensatoren und montiert zu guter letzt die Elektrolytkondensatoren (in Kindheitstagen von mir und meinem Bruder als "Tanks" bezeichnet). Das sieht dann ungefähr so aus:

Picture Picture
Die Platine (fast) am Anfang. Widerstände und Dioden: check.

Picture
Das Ganze von hinten.

Picture
Jetzt mit IC-Sockeln und Kondis.

Picture
Platine fertig.

Ich hatte Glück, dass Matthias sich in Sachen Löten und Elektrotechnik an sich gut auskennt und er mir unter die Arme gegriffen hat. Somit hat das Bestücken der Platine lediglich 1.5 Stunden gedauert; danke hierfür. Am Wochenende hat mir Paul dann dankenswerterweise beim Bohren des Gehäuses geholfen und wie es der Zufall wollte, hatte er auch blaue Sprayfarbe im Haus.

Nun galt es die Platine mit den drei Potenziometern, dem Druckschalter und der LED korrekt zu verkabeln. Das ist nicht so leicht wie es sich anhört, da es doch einige Drähte sind, die man auf kleine Lötstellen bringen muss; 2 Paar Hände sind da schon sehr nützlich. Außerdem entsteht sich ein unglaublicher Kabel Wirr-Warr, der nur dank Kabelbinder halbwegs in den Griff zu kriegen ist.

Picture
Zuerst werden die Bauteile ins Gehäuse gesetzt und soweit wie möglich vorverdrahtet.

Picture
Der Kabelsalat beginnt sich abzuzeichnen.

Picture
Erste Fassung ist fertig.

Nachdem alles auf den ersten Blick korrekt verkabelt erschien, bin ich vor Vorfreude platzend nach Hause marschiert, hab alles angeschlossen und die LED fing sofort an zu leuchten. "Es funktioniert!". - Tut es nicht! Kein Ton, gar nichts! Nur die LED leuchtet. - "Hmm... Achja, ich hab die Klinken ja versehentlich vertauscht! Kabel umstecken, dann sollt es gehen." - Nichts. - "Ups. Die Kopfhörer hängen noch am Verstärker." - Ausgesteckt... Nichts. Kein Ton. Nur leises Rauschen.

Schon etwas enttäsucht hab' ich dann festgestellt, dass die Platine an einem IC doch schon sehr heiß geworden ist und hab schnell ausgesteckt. Wie sich herausstellte, kann mein Universaladapter positive und negative Spannungen ausgeben und ich hab unbedacht negative Volt angelegt und hätte mir beinahe den Schaltkreis verbruzzelt. Glück gehabt und nach dem Abkühlen schnell umgepolt. Und tadaa! Es funktioniert! Zu lange hat das Glücksgefühl nicht gehalten, weil erstens war offensichtlich ein Wackelkontakt vorhanden und zweitens kam das Signal nicht durch, wenn der Effekt ausgeschalten war. Am nächsten Tag hab ich dann zwei Sachen gelernt: Löten ist nicht ganz so einfach (eine Lötstelle war nicht ganz so toll, kA ob das der Wackelkontakt war) und zweitens sollte man eine lose Platine nicht mit den Lötstellen nach unten auf den Aluminium Boden des Gehäuses hängen lassen, was ich in meiner Rohfassung noch gemacht hatte.
Kurzum, nach Befestigung der Platine mit Schaumstoff funtkionierte alles so wie es sollte. Aber natürlich war ich noch immer nicht zufrieden, weil die Lautsärke des verzerrten Signals zum unverzerrten durch den internen Booster zu hoch war, sogar bei sehr geringen Volumeeinstellungen. Das sollte geändert werden, hat aber natürlich auch wieder 3 Tage gekostet (jeweils 1 kleine Änderung und ausprobieren am Abend), aber jetzt bin ich soweit sehr zufrieden mit dem Gerät auch wenn unsere außerplanmäßigen Veränderungen nur wenig geholfen haben. Klanglich sehr fein, auch wenn es etwas mehr Gain tlw. vertragen würde. Trotzdem eine Empfehlung meinerseits.

Picture
Die Endversion.

Picture
Vorläufiges Design.

In den kommenden Tagen wird das Aussehen noch etwas aufpoliert. Die Knöpfe waren leider eine Fehlentscheidung, weil sie nicht wirklich passen, jedoch hab' ich im Moment keine besseren. Außerdem wird noch Beschriftung und Verzierung dazukommen. Bilder folgen bei Fertigstellung.


Direktlink  Kommentare: 1 geschrieben von Felix am Donnerstag, 19.09.2013, 19:29
Eingeordnet unter: Dies und das, Musik, Pedals


Gehe zu Seite 1 ... 7 8 9 10