Felix Blog zu diesem und jenem

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Wie bereits erwähnt habe ich mir bei uk-electronik einen Bausatz für ein Overdrive Gitarreneffektpedal bestellt. Dieses ist auch nach kurzer Zeit eingetroffen, der Bausatz war komplett und detailiert genug beschrieben, sodass sogar ein Elektroniklaie wie ich damit klar kommt. Außerdem hat Uwe 2 Emails sofort beantwortet, als sich doch noch Fragen aufgetan haben. Daher erstmal ein Lob und eine Empfehlung für alle, die sich so etwas evl. auch anschaffen wollen.

Vorneweg ein paar Kommentare zur Thematik:
Ein Overdrive ist wie Distortion eine Art von Verzerrer, ist dabei jedoch die light-Variante. Soll heißen, der stark verzerrte Distortion wird z.B. im Metal verwendet, während Overdrive einen weniger stark verzerrten Sound produziert. Das Pedal wird dabei zwischen Gitarre und Verstärker gehängt, sodass das Signal und somit der Klang verändert wird. Bei diesem Kit handelt sich um einen Nachbau des Klon Centaur, einem angeblich legendären Pedal, das nicht mehr produziert wird und ca. ab 500$ gehandelt wird. Für einen Preis von ca. 50 mit Gehäuse ist der Nachbau also quasi ein Schnäppchen; und dabei ist der Spaß noch gar nicht eingerechnet, den man beim Basteln hat!

Nun zum eigentlichen Thema:
Man fängt damit an die Platine zu bauen, wobei man sich von den kleinen zu den großen Bauteilen vorarbeitet. Dh. man fängt mit Widerständen und Dioden an, geht über zu IC-Sockeln und Kondensatoren und montiert zu guter letzt die Elektrolytkondensatoren (in Kindheitstagen von mir und meinem Bruder als "Tanks" bezeichnet). Das sieht dann ungefähr so aus:

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Die Platine (fast) am Anfang. Widerstände und Dioden: check.

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Das Ganze von hinten.

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Jetzt mit IC-Sockeln und Kondis.

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Platine fertig.

Ich hatte Glück, dass Matthias sich in Sachen Löten und Elektrotechnik an sich gut auskennt und er mir unter die Arme gegriffen hat. Somit hat das Bestücken der Platine lediglich 1.5 Stunden gedauert; danke hierfür. Am Wochenende hat mir Paul dann dankenswerterweise beim Bohren des Gehäuses geholfen und wie es der Zufall wollte, hatte er auch blaue Sprayfarbe im Haus.

Nun galt es die Platine mit den drei Potenziometern, dem Druckschalter und der LED korrekt zu verkabeln. Das ist nicht so leicht wie es sich anhört, da es doch einige Drähte sind, die man auf kleine Lötstellen bringen muss; 2 Paar Hände sind da schon sehr nützlich. Außerdem entsteht sich ein unglaublicher Kabel Wirr-Warr, der nur dank Kabelbinder halbwegs in den Griff zu kriegen ist.

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Zuerst werden die Bauteile ins Gehäuse gesetzt und soweit wie möglich vorverdrahtet.

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Der Kabelsalat beginnt sich abzuzeichnen.

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Erste Fassung ist fertig.

Nachdem alles auf den ersten Blick korrekt verkabelt erschien, bin ich vor Vorfreude platzend nach Hause marschiert, hab alles angeschlossen und die LED fing sofort an zu leuchten. "Es funktioniert!". - Tut es nicht! Kein Ton, gar nichts! Nur die LED leuchtet. - "Hmm... Achja, ich hab die Klinken ja versehentlich vertauscht! Kabel umstecken, dann sollt es gehen." - Nichts. - "Ups. Die Kopfhörer hängen noch am Verstärker." - Ausgesteckt... Nichts. Kein Ton. Nur leises Rauschen.

Schon etwas enttäsucht hab' ich dann festgestellt, dass die Platine an einem IC doch schon sehr heiß geworden ist und hab schnell ausgesteckt. Wie sich herausstellte, kann mein Universaladapter positive und negative Spannungen ausgeben und ich hab unbedacht negative Volt angelegt und hätte mir beinahe den Schaltkreis verbruzzelt. Glück gehabt und nach dem Abkühlen schnell umgepolt. Und tadaa! Es funktioniert! Zu lange hat das Glücksgefühl nicht gehalten, weil erstens war offensichtlich ein Wackelkontakt vorhanden und zweitens kam das Signal nicht durch, wenn der Effekt ausgeschalten war. Am nächsten Tag hab ich dann zwei Sachen gelernt: Löten ist nicht ganz so einfach (eine Lötstelle war nicht ganz so toll, kA ob das der Wackelkontakt war) und zweitens sollte man eine lose Platine nicht mit den Lötstellen nach unten auf den Aluminium Boden des Gehäuses hängen lassen, was ich in meiner Rohfassung noch gemacht hatte.
Kurzum, nach Befestigung der Platine mit Schaumstoff funtkionierte alles so wie es sollte. Aber natürlich war ich noch immer nicht zufrieden, weil die Lautsärke des verzerrten Signals zum unverzerrten durch den internen Booster zu hoch war, sogar bei sehr geringen Volumeeinstellungen. Das sollte geändert werden, hat aber natürlich auch wieder 3 Tage gekostet (jeweils 1 kleine Änderung und ausprobieren am Abend), aber jetzt bin ich soweit sehr zufrieden mit dem Gerät auch wenn unsere außerplanmäßigen Veränderungen nur wenig geholfen haben. Klanglich sehr fein, auch wenn es etwas mehr Gain tlw. vertragen würde. Trotzdem eine Empfehlung meinerseits.

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Die Endversion.

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Vorläufiges Design.

In den kommenden Tagen wird das Aussehen noch etwas aufpoliert. Die Knöpfe waren leider eine Fehlentscheidung, weil sie nicht wirklich passen, jedoch hab' ich im Moment keine besseren. Außerdem wird noch Beschriftung und Verzierung dazukommen. Bilder folgen bei Fertigstellung.


Direktlink  Kommentare: 1 geschrieben von Felix 19.09.2013, 19:29
Eingeordnet unter: Dies und das, Musik, Pedals


Im Moment ist es ruhig. Zumindest so halbwegs. Auf der Uni ist einiges zu tun, in 2 Wochen geht es nach Graz zu den Chemietagen, einer kleineren Konferenz der Gesellschaft österr. Chemiker. Mal gespannt wie das wird.

Neben der Arbeit bin ich zur Zeit quasi nur mehr mit Musik beschäftigt. Ich warte dabei gerade auf die limited Edition des neuen Albums von Ef ("They appeal to both bearded indie rockers, horn throwing metal heads and intensely staring post-rockers at the same time"), die hoffentlich diese Woche in der Post landen wird. Heute hab ich mir die neue Platten von Arctic Monkeys und White Lies besorgt. Erstere ist wirklcih gut; die Herren aus Shefield schlagen wiederum eine etwas neue Route ein. Nach Brit-Indierock in den Anfängen, sind sie zu beim letzten Album Stoner Rock gewechselt, den sie auch jetzt weiterführen, aber sie weichen auch etwas in den Rock n' Roll ab. Eine Kleine Kostprobe gibt es bei der aktuellen Single "Do I Wanna Know?" Auch die neue der White Lies lässt sich hören. Nicht zu gut, wie das Debutalbum (das ist aber schließlich nicht mehr zu toppen), aber definitv besser als das letzte.




Abgesehen von Musikhören, versuche ich mich darin selbst Musik zu machen, da ich mir ja meine Epiphone angeschaft habe. Außerdem hat Matthias vorgeschlagen einen Verstärker zu bauen, was wir hoffentlich demnächst in die Tat umsetzen werden. Dabei soll er 2 Eingänge (Klinke & Chinch), 3 Volume-Regler, einen Crossfader und einen 3-Band-Equalizer haben. Die Bauteile haben wir ca. zur Hälfte bereits aus Restbeständen, den Rest bestellen wir demnächst.
Angetrieben davon, hab ich mich im Internet schlau gemacht, ob es denn schwer ist, einen Verzerrer - ein sogenannter Overdrive - selbst zu bauen. Wie sich herausstellt nicht, denn es gibt mehrere Do-It-Yourself Seiten, die entweder ganze Bausätze oder zumindest Platinen verkaufen; meistens Nachbauten von handelsüblichen Effekten, aber um einiges billiger und mit dem Spaßfaktor es selbst zu löten und zu verkabeln. Ich hab mir dann bei uk-electronic einen Klon Zentaur Overdrive bestellt, der hoffentlich auch pünktlich zum Wochenende ankommt. Das Original wird nicht mehr produziert und gibts ab ca. 500$ gebraucht zu ersteigern. Daher freut es mich umso mehr, so ein Teil dann zu besitzen. Mal sehen, ob und wie ich das zusammenschustere. Für den Fall, dass das Resultat was taugt und es das Zusammenbauen Spaß macht, hab ich schon mehrere Nachfolgeprojekte im Auge.
Direktlink  Kommentare: 0 geschrieben von Felix 10.09.2013, 21:38
Eingeordnet unter: Musik


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